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Hundemantel, ja oder nein?

Sandy hat ein Trimmfell. Das bedeutet: Ihre Unterwolle muss regelmäßig manuell entfernt werden, um die Haarfollikel nicht zu verstopfen. Kurz nach dem Friseurtermin ist ihr also gerne mal kälter als sonst :)
Sandy hat ein Trimmfell. Das bedeutet: Ihre Unterwolle muss regelmäßig manuell entfernt werden, um die Haarfollikel nicht zu verstopfen. Kurz nach dem Friseurtermin ist ihr also gerne mal kälter als sonst :)

Was für ein Wetter! Bei diesen tiefen Temperaturen frösteln nicht nur wir, sondern auch unsere vierbeinigen Gefährten schnell mal - weshalb diese Frage gerne mal für Diskussionen im Hundepark sorgt.


Meine Meinung: Wenn's kalt ist, ist's kalt.


Ist meinem Hund sichtlich kalt, darf ich ihm doch gerne etwas anziehen, oder?

Lasst uns also kurz die Indizien auf Kälte kleinteilig aufdröseln :)


Indiz Nr. 1: Unterwolle

 

Wie ist die Fellbeschaffenheit meines Hundes?

Als Unterwolle bezeichnet man feine weiche Haare, die unter dem Deckhaar liegen. Sie dient als isolierende Schicht vor Kälte wie Hitze.

So erkennst du, ob dein Hund zur Unterwoll-Gang gehört:

 

  • Dichte Fellbeschaffenheit. Das Fell fühlt sich besonders dicht und flauschig an

  • Ziehst du die Haare etwas auseinander, erkennst du klar den Flaum zwischen dem Deckhaar

  • Fellwechsel im Frühjahr/Herbst (Wobei die Zeitpunkte mit unbeständigem Wetter variieren)

  • Schnelles Trocknen nach dem Schwimmen: üblicherweise wird die Unterwolle vom Deckhaar vor Durchnässung geschützt

  • Rassenspezifisch: Rassen aus kälteren Regionen haben tendenziell Unterwolle

  • Typische Unterwoll-Kandidat:innen:

    Golten Retriever, Husky, Berner Sennenhund, Aussies, Samojeden,...

 

Du wirst geahnt haben - ein Husky braucht vermutlich eher keinen Mantel. Aber sehen wir uns doch noch weitere Punkte an.

 

Indiz Nr. 2: Körpersprache

 

Frieren ist nicht nur bei Menschen sichtbar. Auch Hunde zeigen uns, wenn ihnen zu kalt ist, oder sie sich unwohl fühlen.

Mein Chihuahua ist da sehr deutlich: Sie krümmt ihren Rücken leicht oder geht etwas geduckt, wenn ihr kalt ist. Das kann dann schon bei 6-8°C passieren. Manche Hunde sind eben etwas empfindlicher ;)

Ein weiteres Anzeichen ist die Piloerektion, die sie am Hinterlauf zeigt: Das Aufstellen der Haare in der Rückenregion können Hunde nicht steuern - gleichzeitig gibt es mehrere mögliche Ursachen dafür. Kurz gesagt: Je nach Situation und Kontext ist es ein Hinweis für ein erhöhtes Erregungslevel (Gefahrensituation, Angst, Stress, Aufregung...) oder Kälte/Unwohlsein.

 

Klein-Bellas körpersprachliche Signale in der Kälte:


Bella, wie sie am liebsten sofort wieder in ihr Jäckchen flüchten möchte. Hinterläufe leicht eingefallen, Piloerektion am Rücken, gehemmte Körperhaltung, Ohren zurückgelegt.
Bella, wie sie am liebsten sofort wieder in ihr Jäckchen flüchten möchte. Hinterläufe leicht eingefallen, Piloerektion am Rücken, gehemmte Körperhaltung, Ohren zurückgelegt.

Indiz Nr. 3: Missverstandene "Faulheit"

 

Manche Hunde zeigen es uns ganz deutlich, was sie von der Kälte halten.

  • Sie möchten die Wohnung gar nicht erst verlassen - oder lassen sich nur schwer durch die Haustür bewegen

  • Wenig Interesse an der Umwelt beim Spaziergang

  • Nachhause-Drängeln

  • Suche nach Wärmequellen (Auch Büsche)

 

Faustregel:

 

  • Bei kleinen Hunden empfehle ich ab etwa 4°C einen Mantel, für größere Hunde wird es ab 0°C ungemütlich. Achtung: Wind berücksichtigen.

  • Aber: Hunde sind SEHR unterschiedlich in ihrem Kälteempfinden

  • Alte, kranke, junge und sehr kleine Hunde frieren schneller

  • Für ganz kurzes Pipi machen und wieder heim (was ja nicht die Regel sein sollte) geht es auch mal ohne

  • Auch bei viel Bewegung darf der Mantel wegbleiben - um die Wärmeableitung zu entschleunigen wird er im Ruhezustand (Auf dem ruhigen Hin-/Rückweg) wieder angezogen


Doch welcher Mantel ist der Richtige?

 

Achtet auf einen guten Sitz, der Hund sollte nicht eingeengt werden. Für Hunde mit empfindlichem Hals empfehle ich einen dicken Halsschlauch, den man oben etwas enger machen kann. Ansonsten achte ich immer darauf, dass der Mantel an den Hinterläufen die Schenkel abdeckt - hier geht gerne Wärme verloren.

 

Im Bild seht ihr den Mantel, den Sandy nach dem Sport bzw. bei ruhigen Spaziergängen anbekommt.



Mein Fazit


Wenn wir die (körperlichen) Signale unseres Hundes erkennen, dürfen wir ihm auch stolz einen Mantel anziehen. Was die menschliche Umwelt davon hält, darf uns (wie immer) herzlich egal sein :)

 

Grüße aus dem warmen Wohnzimmer,

Euer Hundecoach-Rudel

Lisa,

Sandy,

& Bella

 
 
 

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